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Autor Thema: Triam/Tetracyclin/Salicylsäure/DMSO in UE  (Gelesen 686 mal)

Isabell Weinlich

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Triam/Tetracyclin/Salicylsäure/DMSO in UE
« am: Gestern um 08:49:03 »
Guten morgen,

ich bräuchte Hilfe bei folgender Rezeptur:

Triamcinolonacetat 0,05g
Tetracyclin-Hcl 1,0g
Salicylsäure 1,0g
DMSO 10,0g
Unguentum emulsificans ad 50,g

ich drehe mich gedanklich im Kreis und finde keine adäquate Lösung.

1. Tetracyclin verträgt sich nicht mit der ionischen Grundlage - Arbeite ich das ganze in Vaseline ein, bräuchte ich wahrscheinlich (nach niederländischer Rezeptur) ein Carbomer als Stabilisator, welcher nach NRF kein befriedigendes Ergebnis bringt.

2. DMSO und Salicylsäure als Penetrationsförderer - sinnvoll?

Diese Salbe soll bei ausgeprägter Keloidbildung eingesetzt werden.

Welche Grundlage wäre hierfür geeignet?

Vielen Dank

florapo

  • Mitglied
  • Beiträge: 78
Re: Triam/Tetracyclin/Salicylsäure/DMSO in UE
« Antwort #1 am: Heute um 12:35:01 »
Guten Morgen (ich begann meine Recherche um 08:30...),

vorab zwei Fragen:

 - Ist mit "Triamcinolonacetat"  Triamcinolonacetonid gemeint?
 - Ist "Unguentum Emulsificans" oder Unguentum emulsificans aquosum verordnet?

mein Vorschlag:

 - Tetracyclin-HCl mahlen
 - Wirkstoffe mit Paraffinum subliquidum anreiben
 - Wollwachsalkohol- Salbe oder Creme ad 40,0
 - DMSO rein

Kruke, keine Drehdosierkruke, Patienten anweisen, bei Entmischung durchzurühren; 4 Wochen RT.

Eine Tetracyclin-Fällung als Inkompatibilität durch Kontakt von (jeweils in DMSO) gelöstem Tetracyclin-HCl mit Natriumcetylstearylsulfat (in Anionischer Hydrophiler SALBE, Absorptionsbase) ist reichlich theoretisch. Löslichkeitsangaben habe ich KI-gestützten Suchen gefunden, die praktische Relevanz ist gänzlich unklar - insofern ist der "Vorschlag" des Verordners glatt vertretbar.


Ich fiand in meinen Recherchen zwei halbfeste Tetracyclin-FAM in Europa, beide sind lipophile Suspensionszubereitungen (Imex 3% hat Vaseline als Grundlage, Pensulvit eine Mischung aus Lebetran, Vaseline und Paraffin).

Tetracyclin-HCL und (Na-)Cetylstearylsulfat scheinen eine gewisse Löslichkeit in DMSO zu besitzen, also ist auch die Kombination in der hydrophilen Salbe möglicherweise von der Fällung betroffen.

Die Vaseline-Variante mit Carbomer ist durch das Carbomer auch betroffen [und sie gilt als instabil], gleiches gilt für die Variante mit der Vaselinecetomacrogolcreme FNA (etwas Basiscreme-mäßiges aus den Niederlanden) und Carbomer.

Ein Kosmetikahersteller bietet eine DMSO-Creme mit 50% auf Basis einer der Wollwachsalkoholcreme ähnlichen Salbe an.
Die Verwendung von Wollwachsalkoholsalbe, Wollwachsalkoholcreme oder Wollwachsalkoholsalbe mit etwas Wasser scheint möglich.

Tendenziell ist Okklusion bei Narbengewebe erwünscht (zum Erweichen), das entspräche auch der Unguentum emulsificans.
Für Tetracyclin-HCl findet sich im DAC/NRF-Rezepturenfinder die Angabe, in Lösungszubereitungen drohe im Sauren die Hydrolyse, ein Beispiel wird mit 2 Monaten Haltbarkeit bei Raumtemperatur angegeben, das würde ich vorsichtshalber auch für die wasserfreien (DMSO!) Zubereitungen maximal angeben.