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Autor Thema: DIY Akne-Rezeptur mit 4% Teebaumöl, Sinnvoll?  (Gelesen 1025 mal)

Martinak

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DIY Akne-Rezeptur mit 4% Teebaumöl, Sinnvoll?
« am: 26. Mai 2020, 09:01:38 »
Hallo Ihr Lieben,

das ist mein erster Beitrag (ich befinde mich noch in der Ausbildung), ich hoffe es ist das richtige Forum.

Eine Freundin hat mich um Hilfe gebeten, die Rezeptur für Ihre unreine Haut (aus einem Do-it-yourself Forum) zu beurteilen. Die Zusammensatzung der Stoffe erscheint mir auf den ersten Blick sinnvoll (als Emulgatoren Glyceryl Stereate Citrate, Behenyl Alcohol / Konservierer: Pentylene Glycol; Kaliumsorbat).


Hier die Zusammensetzung der Rezeptur:
-   WATER (AQUA),
-   SIMMONDSIA CHINENSIS OIL (Jojoba),
-   PENTYLENE GLYCOL,
-   GLYCERIN,
-   MELALEUCA ALTERNIFOLIA LEAF OIL (Teebaumöl),
-   GLYCERYL STEARATE CITRATE
-   ORYZA SATIVA BRAN OI (Reiskeimöl)
-   SQUALANE,
-   RHUS VERNICIFLUA PEEL CERA (Beerenwachs)
-   BUTYROSPERMUM PARKII BUTTER (Shea Butter)
-   BEHENYL ALCOHOL,
-   POTASSIUM SORBATE (Kaliumsorbat)
-   ALOE BARBADENSIS LEAF JUICE (Aloe Vera)
-   LEPTOSPERMUM PETERSONII OIL (Zitronenteebaumöl)
-   THYMUS SERPILLUM EXTRACT  (Thymian)
-   CALENDULA OFFICINALIS EXTRACT

Mir ist dann jedoch die große Menge Teebaum-Öl (ca. 4 g. auf 100 ml) aufgefallen. Meint ihr das ist so sinnvoll oder zu aggressiv für die Haut? Ich habe schon eine Studie gefunden, in der die Wirksamkeit in dieser Höhe auf unreine Haut nachgewiesen wurde.

Was könnte ich ihr „als Expertin“ noch rückmelden? Eventuell einen Citrat-Puffer? Sie meinte der PH-Wert liegt zwischen 5 und 5,5.

Schon einmal vielen Dank!

LG
Martina

Achim Marliani

  • Mitglied
  • Beiträge: 352
Re: DIY Akne-Rezeptur mit 4% Teebaumöl, Sinnvoll?
« Antwort #1 am: 28. Mai 2020, 10:08:27 »
Hallo Martinak,

grundsätzlich mal scheint mir das eher eine industrielle Rezeptur zu sein, denn sowohl die Wahl der Substanzen (einige dürften nur schwer in nicht-industriellen Mengen beschaffbar sein) als auch die INCI-Deklaration derselben ist für DIY-Foren doch eher ungewöhnlich. Egal.

Die Rezeptur an sich ist sicherlich so ok. Auch die 4% Teebaumöl sind an sich erst mal nicht kritisch, es werden durchaus 5% als Standardkonzentration in diversen Akne-Zubereitungen eingesetzt.
Das Docosanol dürfte wegen seiner antiviralen, das Pentylenglycol wegen seiner antimikrobiellen Wirksmkeit gewählt worden sein. Beides ist aber meines Wissens nach eher schwach ausgeprägt.
Über Thymianöl und Leptospermumöl kann man sicher diskutieren, mengenabhängig wäre hier eine Verstärkung der potentiell kontaktallergenen Wirkung des Teebaumöls möglich.
Und über die Wahl der Öle/Fette/Wachse kann man durchaus auch streiten, das ginge erheblich einfacher, aber wäre dann nicht so werbewirksam...

Ich sähe da keinen Ansatzpunkt für irgendwelche substanziellen Verbesserungen.

Gruß
Achim Marliani

P.S.: Hab ich ganz vergessen, Thema pH: Auf keinen Fall würde ich den pH anheben, der ist so optimal. Erstens mal ist ein leicht saurer pH für Aknetherapeutika durchaus sinnvoll, und vor allem sind wir schon in er Nähe der Obergrenze des pH-Bereichs für's Kaliumsorbat. Da fiele sonst die Konservierung mehr und mehr weg, je weiter der pH angehoben würde.
« Letzte Änderung: 29. Mai 2020, 17:27:04 von Achim Marliani »

Martinak

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  • Beiträge: 3
Re: DIY Akne-Rezeptur mit 4% Teebaumöl, Sinnvoll?
« Antwort #2 am: 02. Juni 2020, 16:33:39 »
Lieber Achim,

vielen Dank für deine ausführliche Antowort. Ich habe meine Freundin bereits "grünes Licht" gegeben.

Sie hatte mir mitgeteilt, dass eine Zubereitung zunächst einen guten PH-Werte hatte, nach ca. 1-2 Wochen habe sich dieser jedoch deutlich reduziert und sei im Bereich 4 bis 4,5 gewesen. Irgendwelche Ideen wie dies Zustande gekommen sein könnte (z.b. Verunreinigungen, falsche Dosierung etc.)?

LG

Achim Marliani

  • Mitglied
  • Beiträge: 352
Re: DIY Akne-Rezeptur mit 4% Teebaumöl, Sinnvoll?
« Antwort #3 am: 03. Juni 2020, 11:00:48 »
Hallo Martinak,

ehrlich gesagt hab ich da spontan auch keine wirklich zündende Idee. Man könnte natürlich diskutieren, ob man die Rezeptur sicherheitshalber bei einem pH um die 5 abpuffert. Aber wenn sonst keine Zersetzungserscheinungen oder Phasentrennungen erkennbar sind, halte ich das für nicht zwingend.

Gruß
Achim Marliani