Hallo,
der Fehler liegt bei der Anionische hydrophilen Creme SR.
Diese enthält als Emulgator den Emulgierenden Cetystearylalkohol Typ A.
Dieser Komplexemulgator enthält u.a. Na-Cetylstearylsulfat, einen anionenaktiven Emulgator.
Hydroxychinolinsulfat ist kationisch, wird also mit dem anionische Emulgator ausgefällt. (daher die gelben Plättchen)
In der Rezeptur war aus guten grund die Ungt. emuls. aq. N SR angegeben, also die Nichtionische Hydrophile Creme SR/DAC.
Von dieser manifesten Inkompatibilität ganz abgesehen, gibt es bei dieser Rezpetur ein paar weitere Baustellen. Die Ungt. emuls. aq. N SR hat ca einen pH von 4,7. Clotrimazol ist zwischen 5-10 rezeptierbar. Die basische Reaktion des Zinkoxid wird den pH vermutlich in den rezeptierbaren Bereich von Clotrimazol verschieben. (Lotio zinxi ox SR hat ca pH 6-7)
Leider ist die Kombination von Zinkoxid und Dexamethason in wässrigen Rezepturen problematisch, da sich die bas. Reaktion des Zinkoxid nicht \"wegpuffern\" lässt.
Das NRF empfiehlt in dem Fall die Verwendung von Dexamethasonacetat und die Begrenzung der Aufbrauchsfrist auf 3 Monate (mit Dexamethason wären es nur 2 Wochen)
Die mögliche WW von Zinksalzen mit dem Hydroxychinolinsulfat sehe ich nicht so kritisch, da Zinkoxid 1. kein Salz und 2. nicht wasserlöslich (nur im Sauren, kann es zur Dissoziation kommen) ist, so dass keine/kaum freie Zinkionen vorliegen sollten.
Der resultierende pH Wert der Rezeptur könnte hinsichtlich der Konservierung kritisch werden, da Kaliumsorbat nur bis ca pH 6 wirksam ist. man müsste mal genau messen welcher pH-Wert bei dieser Zubereitung herauskommt. (Andererseits ist die Lotio zinci SR mit 0,02%, statt wie normal üblich mit 0,014% Kaliumsorbat konserviert um vermutlich den Einfluss des höheren pH-Wertes zu kompensieren)
viele Grüße
Georg Pester