Hallo Frau oder Herr Jöllenbeck,
die Rezepturen erzeugen bei mir "Bauchschmerzen". Die negative Rolle von Zinkoxid wurde bisher nur unzureichend gewürdigt.
Zinkoxid erzeugt in der talkumfreien Schüttelmixtur einen basischen pH von mindestens 7,5, wenn nicht sogar 8 - 9.
Hierzu paßt nicht das pH-Optimum für Hydrocortisonacetat (pH 4,5) [dem angegebenen, weiten Bereich traue ich nicht; er erzeugt nur eine trügerische Sicherheit] und auch nicht dasjenige von Nystatin (pH 5 - 7). Dieses basische Milieu in der Zinkoxid-Schüttelmixtur läßt sich auch nicht beeinflussen, auch nicht z.B. mit einem Citrat-Puffer (pH 4,2), wie ich selber ausprobiert habe.
Nystatin ist in wasserhaltigen Zubereitungen sehr instabil; die Literatur (Niedner, Ziegenmeyer, Dermatika) spricht von einer Haltbarkeit von 1 (!) Woche im Kühlschrank.
In der zweiten Rezeptur sieht es nicht viel besser aus. Um die Stabilität von Tetracyclin-HCl zu verbessern, sollte es gefällt werden, indem ein pH von etwa 6 eingestellt (siehe DAC/NRF-Hinweise, Tetracyclin) wird. Weil Tetracyclin auch phenolische Strukturen aufweist, muss mit einer Reaktion mit Zinkoxid gerechnet werden.
Da Zinkoxid hier den eigentlichen großen "Störenfried" darstellt, empfehle ich, Zinkoxid gegen Titandioxid auszutauschen. Titandioxid ist im Vergleich zu Zinkoxid zu reaktionsträge und erzeugt keine basischen pH - Werte.
MfG
Gerd Wolf