Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung

Suche


Caelo-News

Navigation

Neueste Beiträge

Autor Thema: Triclosan in individueller Grundlage  (Gelesen 367 mal)

Elke Hüttemann

  • Mitglied
  • Beiträge: 4
Triclosan in individueller Grundlage
« am: 29. Mai 2022, 13:22:15 »
Ich bitte um Hilfestellung:

Unser Hautarzt verordnet gerne eine eigene Kreation aus

Vasel. alb  9.0
Decyloleat  9.0
lannette N 9.0
Propylenglykol 9.0
und Aqua 58,4

Er kombiniert diese Grundlage vielfach mit verschiedenen Wirkstoffen.
Meine Fragen beziehen sich hauptsächlich auf den Einsatz von Triclosan in dieser anionischen Grundlage.
Kannn ich davon ausgehen, daß durch das enthaltene Propylenglykol eine Lösungssalbe entsteht? Oder muss ähnlich wie bei der NRF 11.135 Triclosan zunächst in Propylenglykol gelöst und anschließend eingearbeitet werden?

sollte keine Lösungssalbe vorrausgesetzt werden können, muß dann Triclosan zunächstim Mörser pulverisiert werden , um dann eine Suspensionssalbe herzustellen? Oder gibt es mittlerweile mikronisierte Ware?

Muss Triclosan als alleiniger Wirkstoff gepuffert werden? Könnte ein mitPropylenglykol  konservierter Citratpuffer zum einsatz kommen?

Wie sieht es bei der Kombi mit Triamcinolonacetonid aus?...bei hydrolyseempfindlichen Corticosteroiden, zu denen Triam ja nicht gehört, würde ich einen citratpuffer verwenden. Ist das so richtig?

viele Grüße und Danke im vorraus

EH

Achim Marliani

  • Mitglied
  • Beiträge: 441
    • rezepturdoku.de
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #1 am: 30. Mai 2022, 12:48:28 »
Hallo Frau Hüttemann,

das ist ja gleich ein ganzer Fragenkomplex! Also der Reihe nach.

Zitat
Kannn ich davon ausgehen, daß durch das enthaltene Propylenglykol eine Lösungssalbe entsteht?
Kommt drauf an, wie viel Triclosan drin ist! In der Grundlagen-Rezeptur sind so wie Sie sie geschrieben haben 9g Propylenglycol drin. In Propylenglycol lösen sich etwa 1g Triclosan pro 5g Propylenglycol. Hier wären das also etwa 1,8g Triclosan. Alles unterhalb dieser Menge gibt also eine Lösungssalbe, alles drüber nicht. Das müssten Sie also je nach konkreter Rezeptur beurteilen.

Zitat
Oder muss ähnlich wie bei der NRF 11.135 Triclosan zunächst in Propylenglykol gelöst und anschließend eingearbeitet werden?
Kommt wieder drauf an. Falls Sie im Dosierungsbereich einer Lösungssalbe sind, sollte das so erfolgen. In der fertigen Grundlage können Sie nicht sicher sein, wie lange es dauern würde, bis das Triclosan komplett aufgelöst ist. Wenn Sie aber eh im Bereich der Suspensionssalben landen, braucht das defintiv nicht.

Zitat
Sollte keine Lösungssalbe vorrausgesetzt werden können, muß dann Triclosan zunächst im Mörser pulverisiert werden , um dann eine Suspensionssalbe herzustellen? Oder gibt es mittlerweile mikronisierte Ware?
So weit ich weiß, gibt's keine mikronisierte Ware. Von daher kommen Sie dann um's Mörsern nicht herum, kristallin können Sie es keinesfalls einarbeiten.

Zitat
Muss Triclosan als alleiniger Wirkstoff gepuffert werden?
Nein. Alleine sicherlich nicht. Der rezeptierbare pH liegt für Triclosan zwischen 1 und 9, das ist relativ stabil.

Zitat
Wie sieht es bei der Kombi mit Triamcinolonacetonid aus?...bei hydrolyseempfindlichen Corticosteroiden, zu denen Triam ja nicht gehört, würde ich einen citratpuffer verwenden.
Korrekt. Triam braucht nicht, Betamethasonvalerat z.B. sollte auf unter 5 gepuffert werden, da wäre Citratpuffer eine gute Wahl.

Ich hoffe, ich hab jetzt nix vergessen...  :)

Gruß
Achim Marliani

Elke Hüttemann

  • Mitglied
  • Beiträge: 4
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #2 am: 30. Mai 2022, 13:47:17 »
Vielen lieben Dank für diese umfangreiche Antwort!
Bei der propylenglykolmenge habe ich mich übrigens vertippt. es sind 14,6g auf 100g Grundlge. das sollte dann ja wohl bei einer 2 prozentigen auf jeden Fall und bei einer 3 prozentigen Rezeptur wohl auch zum Lösen des Triclosans reichen, wenn ich vorab schon in propylenglykol löse.

Achim Marliani

  • Mitglied
  • Beiträge: 441
    • rezepturdoku.de
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #3 am: 30. Mai 2022, 15:33:22 »
Bei der 2%igen auf alle Fälle. Bei der 3%igen sind Sie schon im Grenzbereich! 14,6g Propylengylkol würden der Theorie nach 2,92g Triclosan lösen, das wird knapp.

Elke Hüttemann

  • Mitglied
  • Beiträge: 4
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #4 am: 30. Mai 2022, 19:30:00 »
Herr Marliani, jetzt habe ich abchließend doch noch eine Frage zur Herstellung:
Wir haben die Grundlage ja immer auf Vorrat da, geht ja weil das Propylenglycol konserviert. Wenn ich nun die Rezeptur mit Triclosan als Lösungssalbe herstellen möchte ,steht mir ja  kein Propylenglycol zur Verfügung, um vorab den Wirkstoff vollständig in Lösung zu bringen, weil bereits in der Grundlage enthalten. Kann ich auch einen Ansatz Triclosan/Propylenglycol 1:2 in die Rezeptur einarbeiten, der dann mit der Zeit komplett in Lösung geht? Ich kann ja schlecht nochmals die gleiche Menge Propylenglycol bzw 15g bei einer 3 prozentigen Zubereitung zusätzlich verwenden.. das ändert ja die Grundlage in großem Maße

Achim Marliani

  • Mitglied
  • Beiträge: 441
    • rezepturdoku.de
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #5 am: 31. Mai 2022, 09:23:54 »
Stimmt, wenn Sie die Grundlage auf Vorrat herstellen, können Sie schlecht das Triclosan vorher lösen. Es wird sich sicherlich auch dann lösen, wenn Sie es nachträglich in die fertige Grundlage einarbeiten, nur müssen Sie dem Ganzen etwas Zeit dazu geben. Dann funktioniert "die Salbe ist in 15min fertig!" sicherlich nicht.

Wenn Sie diese Grundlage häufig mit Triclosan zusammen brauchen, wäre sicherlich eine Möglichkeit, die Grundlage ohne oder mit deutlich weniger Propylenglycol sowie eine Propylenglycol-Triclosan-Lösung herzustellen und das Ganze dann bei Bedarf fertigzustellen. Dann fehlt nur für die Grundlage das Konservierungsmittel, geht also eigentlich doch nicht.

Oder, wenn es eh überwiegend die gleiche Zusammensetzung ist, gleich mit dem Triclosan drin als Defektur herstellen. Das wäre sicher die eleganteste Lösung. Nur haben Sie dann keine Flexibilität mehr, was die Menge Triclosan angeht.

Kurz, die alltagstauglichste Lösung ist wahrscheinlich, Triclosan möglichst fein zu pulvern und ihm genug Zeit zum Lösen zu geben. Ich hab nur keine Erfahrung, wie lange das dauert.
Ich würd mal eine kleinere Menge herstellen und für Testzwecke opfern. Dann immer wieder mal schlicht fühlen, ob man das Triclosan noch merkt. Oder besser noch ganz wenig Salbe zwischen zwei Objektträgern plattdrücken und schauen, ob Sie noch Kriställchen sehen (Ein Grindometer dürften Sie wohl nicht haben, denke ich. Hat ja kaum einer...). Dann haben Sie einen vernünftigen Anhaltspunkt, wie lange das mit dem nachträglichen Lösen dauert und können sich dann danach richten.

Elke Hüttemann

  • Mitglied
  • Beiträge: 4
Re: Triclosan in individueller Grundlage
« Antwort #6 am: 31. Mai 2022, 12:25:40 »
Herzlichen Dank für Ihre viele Mühe, das werde ich mal ausprobieren... ;D